Die Weltmärkte wurden von einer plötzlichen Eskalation des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine erschüttert, nachdem die Ukraine von den USA gelieferte Langstreckenraketen für einen Angriff auf russisches Territorium eingesetzt und Moskau die Schwelle für den Einsatz von Atomwaffen gesenkt hatte. Bislang hat dies zwar zu einigen Turbulenzen am Devisenmarkt geführt, aber keine größeren Bewegungen ausgelöst. Wir vermuten, dass die Dynamik des US-Dollars (USD) zum Teil noch von der überkauften USD-Positionierung beeinflusst wird, die dazu beigetragen haben könnte, geopolitisch bedingte Kursgewinne zu bremsen", so Francesco Pesole, FX-Analyst bei ING.
Weniger Widerstand gegen weitere Aufwertung des Greenback
„Mit anderen Worten: Die Märkte scheinen sich vorsichtig in Richtung einer optimistischen Sicht auf die Ukraine zu bewegen, was bedeutet, dass jede weitere Eskalation viel größere Auswirkungen auf den Devisenmarkt haben dürfte. Europäische Währungen (mit Ausnahme des CHF) sind zwangsläufig am anfälligsten, während Währungen mit hohem Beta, die geografisch weit vom Konflikt entfernt sind (wie der CAD oder der AUD), nur indirekt durch einen Risikoabschlag betroffen sein dürften. Der überverkaufte JPY dürfte im Falle einer Eskalation das größte Aufwärtspotenzial haben.
„Der US-Kalender bleibt ruhig und die einzige Aufmerksamkeit wird sich heute auf einige Fed-Sprecher richten, darunter die dovishen Barr und Cook und die neutraleren Williams und Collins. Eine interessante Entwicklung auf der Makroebene war jedoch die gestrige Veröffentlichung der Gehaltslisten der Bundesstaaten, die es uns ermöglicht, die tatsächlichen Auswirkungen des Hurrikans auf die schwachen landesweiten Zahlen für Oktober (12k) zu berechnen. Unser US-Volkswirt hat die Zahlen analysiert und schätzt, dass die Zahl der Beschäftigten ohne Hurrikan und Streiks bei rund 121.000 gelegen hätte“.
„Wir erwarten eine 'technische' Erholung von mindestens 100k in den Novemberzahlen, was die Messlatte für eine Überraschung durch die Fed höher legt. Wir haben kürzlich auf das Potenzial einer positionierungsbedingten USD-Korrektur hingewiesen. Mit dem jüngsten Anstieg der geopolitischen Risiken scheinen die Risiken für den USD nun ausgewogener zu sein, und wir könnten weniger Widerstand gegen einen weiteren Anstieg des Greenback sehen.
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