Die US-Wirtschaft ist im zweiten Quartal um 2,8 % gewachsen und damit stärker als erwartet. Wir sehen uns in unserer Einschätzung bestätigt, dass die US-Wirtschaft nicht in eine Rezession abrutschen wird. Dennoch dürfte die US-Notenbank in absehbarer Zeit mit Zinssenkungen beginnen, da die Inflation spürbar nachlässt, so die Commerzbank-Ökonomen Dr. Christoph Balz und Bernd Weidensteiner.

Wirtschaft expandiert über Trendwachstum

"Die US-Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2024 um 2,8 Prozent gewachsen (diese und alle folgenden Wachstumsraten sind annualisierte Veränderungsraten gegenüber dem Vorquartal). Dies war stärker als von uns erwartet (Konsens 2,0%, Commerzbank-Prognose 2,2%). Das Wachstum war breit abgestützt (ohne Baugewerbe). Vor allem die Ausrüstungsinvestitionen (+11,6%) und die Investitionen in geistiges Eigentum wie Software (+4,5%) legten zu. Dies könnte auf den KI-Boom zurückzuführen sein."

"Auch der Staat erhöhte seine Ausgaben deutlich (+3,1%), ebenso die privaten Konsumausgaben (+2,3%). Hier stützte die rückläufige Inflation das real verfügbare Einkommen. Dagegen schrumpften der Wohnungsbau (-1,4 %) und der Wirtschaftsbau (-3,3 %) aufgrund des hohen Zinsniveaus. Bei Letzterem scheinen die Impulse verschiedener staatlicher Subventionsprogramme, etwa für den Bau von Chipfabriken, nachzulassen."

"Die US-Wirtschaft konnte ihr sehr hohes Wachstumstempo im dritten (4,9 %) und vierten Quartal 2023 (3,4 %) dieses Jahres nicht halten. Allerdings haben wir bereits in unserem Kommentar vor drei Monaten darauf hingewiesen, dass das schwächere Wachstum von 1,4 % im ersten Quartal 2024 auf Einmaleffekte bei den Lagerbeständen und im Außenhandel zurückzuführen ist und das zugrunde liegende Wachstumstempo recht hoch bleibt."

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