Die gestrigen Inflationszahlen haben das britische Pfund (GBP) deutlich unter Druck gesetzt: Mit 4,9 Prozent im Jahresvergleich fiel die Teuerung bei den Dienstleistungen noch niedriger aus als erwartet, wie Michael Pfister, Devisenanalyst bei der Commerzbank, gestern anmerkte.
Potenzial für tieferen EUR/GBP-Kurs
„Dies war vor allem auf einen Ausgleich der hohen Reisepreise im August zurückzuführen. Die Leitzinsen fielen ebenfalls niedriger aus als erwartet, was nicht nur auf die niedrigere Dienstleistungsinflation, sondern auch auf den geringeren Preisdruck an den Tankstellen zurückzuführen ist. Kurzum: Die Bank of England (BoE) brauchte ein letztes Signal, um die Zinsen Anfang November erneut zu senken.
„Der Markt ging jedoch noch einen Schritt weiter und preiste schnellere Zinssenkungen bis zum Frühjahr ein. Dies ist verständlich, da die Zahlen im Einklang mit den jüngsten moderaten Kommentaren des BoE-Gouverneurs Andrew Bailey standen, der eine Beschleunigung der Zinssenkungen in Aussicht gestellt hatte. Gleichzeitig lag die Dienstleistungsinflation deutlich unter der Prognose der BoE, was den Entscheidungsträgern Spielraum für schnellere Zinssenkungen geben sollte, wenn die Prognose in einigen Wochen revidiert wird“.
„Trotz der Zahlen sehen wir immer noch Potenzial für niedrigere EUR/GBP-Wechselkurse. Ein stärkeres Wachstum in Großbritannien und eine immer noch etwas zu hohe Inflation stützen diese Einschätzung. Trotz der gestrigen Zahlen wird die BoE wahrscheinlich die Inflation im Dienstleistungssektor im Auge behalten, da der Preisdruck immer noch zu hoch ist. Gleichzeitig sind die Risiken auf der Euro-Seite derzeit nach unten gerichtet. Wir gehen daher davon aus, dass die gestrige Korrektur nicht allzu lange anhalten wird.
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