- EUR/JPY verliert den fünften Tag in Folge und fällt auf den tiefsten Stand seit zweieinhalb Monaten.
- Die Wetten auf eine Zinserhöhung der BoJ sowie die Risikoreduzierung stützen den JPY und üben starken Druck aus.
- Der dovishe Ausblick der EZB-Mitglieder belastet den Euro und trägt zur weiteren Abwertung bei.
Das Währungspaar EUR/JPY setzt seine seit Wochenbeginn zu beobachtende Talfahrt fort und fällt am Donnerstag im asiatischen Handel auf den tiefsten Stand seit dem 6. Mai um die Marke von 165,40.
Die Erwartung, dass die Bank of Japan (BoJ) bei ihrer nächsten Sitzung in der kommenden Woche die Zinsen erneut anheben könnte, zwingt die Anleger dazu, ihre bearishen Wetten auf den japanischen Yen (JPY) weiter aufzulösen. Die Risikoreduzierung, die sich in dem Einbruch der US-Aktienmärkte über Nacht und der schwächeren Stimmung an den asiatischen Märkten widerspiegelt, begünstigt den relativen Status des JPY als sicherer Hafen und drückt die EUR/JPY-Paarung den fünften Tag in Folge nach unten.
Vor dem Hintergrund anhaltender Sorgen über eine Abschwächung der chinesischen Wirtschaft dämpfte die enttäuschende Veröffentlichung der globalen Einkaufsmanagerindizes am Mittwoch den Appetit der Anleger auf vermeintlich risikoreichere Anlagen. Unterdessen deutet die vorläufige Umfrage des HCOB auf eine breit angelegte Abschwächung der wirtschaftlichen Bedingungen in der Eurozone hin, was die pessimistische Sicht der Europäischen Zentralbank (EZB) auf die wirtschaftlichen Aussichten der Eurozone bestätigt.
Darüber hinaus lassen die Erwartungen eines weiteren Rückgangs der Inflation in der Eurozone die Tür für eine Zinssenkung durch die EZB im September weit offen. Dies wiederum untergräbt die Gemeinschaftswährung und trägt zu der starken Angebotsstimmung bei, die das Währungspaar EUR/JPY umgibt. Abgesehen davon könnte der Rückgang auf technische Verkäufe zurückzuführen sein, nachdem der einfache gleitende 100-Tage-Durchschnitt (SMA) am Vortag durchbrochen wurde.
Der Relative Strength Index (RSI) auf dem Tages-Chart zeigt jedoch bereits leicht überverkaufte Bedingungen an und mahnt aggressive Händler zur Vorsicht. Daher könnte es ratsam sein, eine kurzfristige Konsolidierung oder leichte Erholung abzuwarten, bevor man sich im Vorfeld der wichtigen BoJ-Sitzung für eine weitere Abwärtsbewegung positioniert. In der Zwischenzeit sollten Händler die Veröffentlichung des deutschen Ifo-Geschäftsklimaindex am Donnerstag aufmerksam verfolgen.
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