• EUR/GBP steigt, da sich die Risikostimmung nach der Ankündigung von Präsident Trump über weniger strenge Zölle auf chinesische Importe verbessert hat.
  • Der designierte deutsche Kanzler Friedrich Merz warnte: "Die Politik von Präsident Trump erhöht das Risiko einer früher als erwarteten Finanzkrise."
  • Die Renditen britischer 10-jähriger Staatsanleihen stiegen auf 4,76%, was die anhaltende Volatilität auf den globalen Anleihemärkten angesichts der sich verschärfenden Handelskonflikte zwischen den USA und China widerspiegelt.

EUR/GBP bleibt im dritten aufeinanderfolgenden Handelstag stärker und handelt während der asiatischen Stunden am Montag um 0,8670. Der Währungskreuzwert steigt aufgrund der verbesserten Risikostimmung, nachdem US-Präsident Donald Trump am späten Sonntag weniger strenge Zölle auf chinesische Importe, einschließlich Halbleiter und Elektronik, angekündigt hat. Trump bestätigte jedoch, dass diese Waren weiterhin den bestehenden 20% Zöllen im Zusammenhang mit Fentanyl unterliegen würden, anstatt der zuvor vorgeschlagenen 145% Zölle, und klärte damit frühere Spekulationen über Ausnahmen.

In einem Interview mit dem Handelsblatt am Samstag äußerte der designierte deutsche Kanzler Friedrich Merz Bedenken hinsichtlich Trumps wirtschaftlicher Herangehensweise und erklärte: "Die Politik von Präsident Trump erhöht das Risiko, dass die nächste Finanzkrise früher als erwartet eintritt." Merz sprach sich auch für ein neues transatlantisches Handelsabkommen aus und fügte hinzu: "Null-Zoll-Zölle auf alles – das wäre besser für beide Seiten."

Das Aufwärtspotenzial für das EUR/GBP-Währungspaar könnte begrenzt sein, da das Pfund Sterling (GBP) durch einen Anstieg der Renditen britischer 10-jähriger Staatsanleihen, die 4,76% erreichten, unterstützt wird, was die anhaltende Volatilität auf den globalen Anleihemärkten widerspiegelt, die durch die eskalierenden Handelskonflikte zwischen den USA und China verursacht wird. Das chinesische Finanzministerium kündigte eine drastische Erhöhung der Zölle auf US-Waren an und erhöhte die Abgaben von 84% auf 125%, nachdem Präsident Trump zuvor die Zölle auf chinesische Importe auf 145% erhöht hatte.

Die britischen BIP-Daten deuteten darauf hin, dass die Wirtschaft im Februar um stärker als erwartete 0,5% gewachsen ist, was das schnellste monatliche Wachstum seit fast einem Jahr darstellt, mit breiten Gewinnen in den wichtigsten Sektoren. Die positive Überraschung – teilweise bedingt durch einen Anstieg der Produktion vor den Zöllen – veranlasste die Anleger, ihre Erwartungen an aggressive Zinssenkungen der Bank of England (BoE) zurückzuschrauben. Dennoch erwarten die Märkte weiterhin mindestens drei Zinssenkungen um jeweils einen Viertelpunkt in diesem Jahr.

Risikostimmung FAQs

Die Begriffe „Risk-on“ und „Risk-off“ beschreiben die Risikobereitschaft der Anleger. In einer „Risk-on“-Phase sind Investoren bereit, in risikoreichere Anlagen zu investieren, während sie in einer „Risk-off“-Phase sicherere Anlagen bevorzugen.

In „Risk-on“-Phasen steigen die Aktienmärkte, und auch Rohstoffe – abgesehen von Gold – gewinnen an Wert, da sie von einem positiven Wachstumsausblick profitieren. Währungen von rohstoffexportierenden Ländern sowie Kryptowährungen legen zu. In „Risk-off“-Zeiten gewinnen Staatsanleihen an Wert, Gold steigt, und sichere Währungen wie der Japanische Yen, der Schweizer Franken und der US-Dollar werden bevorzugt.

Währungen von rohstoffreichen Ländern wie Australien, Kanada und Neuseeland profitieren in Phasen der Risikobereitschaft („Risk-on“), da Rohstoffe in Zeiten wirtschaftlicher Expansion tendenziell im Preis steigen.

Die Währungen, die in Phasen von „Risk-off“-Stimmungen typischerweise an Wert gewinnen, sind der US-Dollar (USD), der japanische Yen (JPY) und der Schweizer Franken (CHF). Der US-Dollar profitiert in Krisenzeiten von seiner Rolle als Weltreservewährung, da Investoren vermehrt US-Staatsanleihen kaufen, die als besonders sicher gelten. Dies liegt daran, dass es als unwahrscheinlich angesehen wird, dass die größte Volkswirtschaft der Welt zahlungsunfähig wird. Der Yen verzeichnet durch die hohe Nachfrage nach japanischen Staatsanleihen Zuwächse, da ein Großteil dieser Anleihen von inländischen Investoren gehalten wird, die selbst in Krisenzeiten kaum Verkaufsdruck erzeugen. Der Schweizer Franken wird aufgrund strenger Bankgesetze, die den Kapitalschutz verbessern, als sicherer Hafen betrachtet.

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