Die Staats- und Regierungschefs der BRICS-Staaten treffen sich derzeit im russischen Kasan. Aus politischer Sicht mag dies wie ein Treffen derer erscheinen, die das Gegenmodell zu den offenen, liberalen Rechtsstaaten des Westens darstellen, stellt Ulrich Leuchtmann, Leiter FX und Commodity Research bei der Commerzbank, fest.

BRICS hat derzeit keinen Vorteil gegenüber dem USD

„USD-Transaktionen, die gegen US-Sanktionen verstoßen, waren bislang nicht möglich, unabhängig von der Jurisdiktion der an der Transaktion beteiligten Parteien. Das liegt daran, dass immer US-Finanzinstitute involviert sind. Und selbst wenn die Geschäfte in anderen Währungen abgewickelt werden, gelten die US-Sanktionen auch außerhalb der USA. Denn Unternehmen und Banken weltweit müssen befürchten, von US-Behörden mit 'Sekundärsanktionen' belegt zu werden, wenn sie mit Handelspartnern handeln, die auf US-Sanktionslisten stehen.“

„Solange Transaktionen, die nicht über ein solches System abgewickelt werden müssen (aus Angst vor US-Sanktionen oder weil sie gezwungen sind, es in ihrer nationalen Rechtsordnung zu nutzen), nicht über ein solches System abgewickelt werden, kann ein solches System den Welthandel fragmentieren, aber es wird den Status quo auf globaler Ebene nicht gefährden.“

„Sollten die USA eine Sanktionspolitik verfolgen, die von einem erheblichen Teil der westlichen Industrieländer nicht akzeptiert wird, könnten sie sich mit den BRICS darauf verständigen, ein vom US-Zugriff unabhängiges Zahlungssystem einzurichten und die extraterritorialen Eingriffe der US-Sanktionspolitik nicht zu akzeptieren. Wenn sich die BRICS und die westlichen Staaten (ohne die USA) einigen könnten, wäre die kritische Masse sicherlich erreicht“.

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