Für XRP läuft der Wochenschlussspurt alles andere als erfreulich: Am Donnerstag rutscht der Kurs um 7 % ab und fällt unter eine wichtige Unterstützungsmarke bei 2,34 US-Dollar. Was steckt dahinter? Vor allem makroökonomischer Gegenwind. Donald Trump sorgt mit neuen Zollankündigungen für Unsicherheit, gleichzeitig zieht die Inflation in den USA weiter an – eine Mischung, die viele Anleger vorsichtig werden lässt. Doch die eigentlich spannende Frage lautet: Was passiert, wenn das Angebot weiter steigt, während die Nachfrage ausbleibt?
On-Chain-Aktivität zeigt Schwäche – das Angebot zieht weiter an
XRP hat in den letzten Wochen deutlich verloren. Vom Jahreshoch bei 3,40 US-Dollar ging es inzwischen um 35 % nach unten. Und das, obwohl der Start ins Jahr noch stark war: Allein im letzten Quartal 2024 legte der Kurs um mehr als 500 % zu. Doch inzwischen ist das Momentum weg.
Selbst eine eigentlich positive Nachricht – nämlich der Rückzug der SEC aus dem Berufungsverfahren gegen Ripple – konnte den Kurs nicht in Bewegung setzen. Viele hatten das Ergebnis bereits erwartet, und unter der neuen SEC-Führung werden ohnehin zahlreiche Verfahren gegen Krypto-Firmen eingestellt. Kurz gesagt: Die Nachricht war eingepreist.
Hinzu kommt, dass es aktuell keine echten Impulse für XRP gibt. Die On-Chain-Aktivität nimmt ab, was ebenfalls nicht für frischen Rückenwind sorgt.
Weniger Bewegung bei den Walen – und das ist kein gutes Zeichen
Ein Blick auf die sogenannten „Whale Transactions“, also die Aktivitäten großer Investoren, zeigt: Auch hier ist seit einiger Zeit wenig los. Die Transaktionszahlen sinken und liegen wieder auf dem Niveau von vor der US-Wahl. Große Player halten sich also zurück – vermutlich, weil sie abwarten wollen, wie sich der Markt weiter entwickelt.
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Auch auf den großen Handelsplätzen wie Binance oder Upbit, wo besonders viel XRP liegt, zeigt sich ein ruhiges Bild: Seit Anfang März haben sich die Reserven kaum verändert. Weder große Käufe noch größere Verkäufe sind zu erkennen. Das deutet darauf hin, dass derzeit niemand so richtig überzeugt ist, ob sich ein Einstieg oder Ausstieg lohnt.
Einziger Lichtblick: Derivatemarkt zeigt vorsichtige Erholung
Immerhin gibt es auf der Derivate-Seite eine kleine Bewegung: Das offene Interesse, also die Zahl der laufenden Futures-Kontrakte, steigt wieder an – von 1,35 auf 1,75 Milliarden XRP. Das zeigt zumindest, dass Händler wieder etwas aktiver werden. Aber reicht das, um den steigenden Angebotsdruck zu kompensieren?
Denn genau hier liegt ein mögliches Problem: Ripple gibt jeden Monat 1 Milliarde XRP aus seinem Treuhandkonto frei. Im Schnitt gelangen davon rund 33 % tatsächlich in den Umlauf. Die Folge: In den letzten zwölf Monaten ist die umlaufende Menge von 54 auf 58 Milliarden XRP gestiegen. Wenn auf der Nachfrageseite nicht bald mehr passiert, könnte das weiter auf den Kurs drücken.
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Technisch kritisch – droht der nächste Absturz?
Der Markt selbst reagiert bereits nervös. In den vergangenen 24 Stunden wurden XRP-Futures im Wert von knapp 25 Millionen US-Dollar liquidiert. Fast 24 Millionen davon betrafen Long-Positionen – also Wetten auf steigende Kurse. Viele Anleger wurden hier auf dem falschen Fuß erwischt.
Dazu kommt: Mit dem Bruch der Unterstützung bei 2,34 US-Dollar ist der Weg nach unten charttechnisch offen. Sollte auch die Marke bei 1,96 US-Dollar nicht halten – die bereits seit Dezember mehrfach erfolgreich verteidigt wurde – könnte ein klassisches „Head & Shoulders“-Muster vollendet werden. In diesem Fall liegt das nächste Kursziel bei rund 1,35 US-Dollar.

Das wäre ein deutlicher Rücksetzer. Gleichzeitig besteht aber auch die Chance auf eine Gegenbewegung – sofern der Bereich um 1,96 US-Dollar wieder zum Wendepunkt wird. Dort hat der Kurs in der Vergangenheit schon mehrfach Halt gefunden.
Technische Indikatoren schlagen in dieselbe Kerbe
Auch die klassischen Indikatoren wie RSI und MACD zeigen aktuell Schwäche. Beide liegen unter ihren neutralen Zonen, was auf weiter zunehmenden Verkaufsdruck hindeutet.
Ein klares Gegensignal wäre allerdings ein Tagesschlusskurs oberhalb von 2,60 US-Dollar. Sollte es dazu kommen, könnten sich die Bullen zurückmelden – mit einem möglichen Anstieg bis an den nächsten Widerstand bei 2,78 US-Dollar.
Fazit: Viel hängt jetzt von der Nachfrage ab
XRP befindet sich an einem entscheidenden Punkt. Die fundamentale Lage ist angespannt, neue Käufer lassen auf sich warten, während das Angebot Monat für Monat steigt. Die technische Ausgangslage ist ebenfalls kritisch – vor allem, wenn die Unterstützung bei 1,96 US-Dollar nicht hält.
Gleichzeitig ist genau das auch die Chance: Sollte sich der Bereich erneut als Boden bewähren, könnte XRP stabilisieren und vielleicht sogar den nächsten Anlauf nach oben wagen.
Wer also investiert ist oder über einen Einstieg nachdenkt, sollte jetzt genau hinschauen. Die kommenden Tage könnten zeigen, wohin die Reise in den nächsten Wochen geht.
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