- Der Goldpreis erholte sich am frühen Freitag, nachdem er am Donnerstag von einem Fünfwochenhoch bei $ 2.726 gefallen war.
- Starke US-Einkaufsmanagerindizes schüren die Erwartung einer aggressiven Zinssenkung durch die US-Notenbank im Dezember und stützen den US-Dollar sowie die Renditen von Staatsanleihen.
- Der Goldpreis scheint die Marke von $ 2.700 und mehr wieder zu erreichen, wobei der Tages-RSI weiterhin im Aufwärtstrend ist und der 50-Tage-SMA hält.
Nach einer kurzen Unterbrechung am Mittwoch dieser Woche scheint der Goldpreis seine Erholung wieder aufzunehmen und am frühen Freitag ein Monatshoch von $ 2.726 zu erreichen. Der US-Dollar (USD) konsolidiert seine jüngsten Gewinne zusammen mit den Renditen der US-Staatsanleihen inmitten eines relativ schwachen Wirtschaftskalenders auf dem Weg zum Wochenende.
Goldpreis bereitet sich auf Neupositionierung vor Fed vor
Die Erwartung einer restriktiveren Zinspolitik der US-Notenbank (Fed) in der kommenden Woche hat am Mittwoch zu einem erneuten Anstieg des US-Dollars und der Renditen von US-Staatsanleihen geführt.
Die Märkte gehen nun davon aus, dass die Fed nach der erwarteten Zinssenkung um 25 Basispunkte (bps) auf ihrer geldpolitischen Sitzung am 17. und 18. Dezember eine aggressive Botschaft aussenden könnte, indem sie eine Zinspause im Januar signalisiert.
Der jährliche Erzeugerpreisindex (PPI) stieg im November um 3,0 % und übertraf damit die Markterwartung von 2,6 %. Der jährliche Kern-PPI stieg im gleichen Zeitraum um 3,4 % und übertraf damit die Schätzung von 3,2 %. Der monatliche PPI und der Kern-PPI stiegen um 0,4 % bzw. 0,2 %. Die Märkte preisen eine Zinssenkung der Fed um 25 Basispunkte in der nächsten Woche vollständig ein, wie das FedWatch Tool der CME Group zeigt.
Unterdessen wurde der USD auch durch einen Ausverkauf des EUR/USD-Wechselkurses nach einer moderaten Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank (EZB) gestützt. Darüber hinaus stützte der Anstieg der Renditen von US-Staatsanleihen bei soliden Anleiheauktionen in dieser Woche die Stimmung rund um den Greenback und dämpfte den Aufwärtstrend des Goldpreises.
Im Freitagshandel erfuhr der Goldpreis eine erneute Nachfrage, da der chinesische Optimismus in Bezug auf die Wirtschaft aufgrund der wachsenden Besorgnis über den Handelskrieg zwischen den USA und China nachließ. In einer exklusiven Geschichte berichtete das Wall Street Journal (WSJ), dass China bereits damit begonnen habe, nicht-tarifäre Vergeltungsmaßnahmen gegen die bevorstehenden Zölle des designierten US-Präsidenten Donald Trump zu ergreifen. „China leitete eine behördliche Untersuchung gegen Nvidia ein, drohte damit, einen amerikanischen Bekleidungshersteller auf die schwarze Liste zu setzen, blockierte den Export kritischer Mineralien in die USA und übte Druck auf die Lieferkette für Drohnen aus“, so das WSJ.
Die Märkte werden sich weiterhin an der allgemeinen Marktstimmung orientieren, ohne dass heute wichtige US-Wirtschaftsdaten veröffentlicht werden. Die Bewegungen gegen Ende der Woche und die Neupositionierung im Vorfeld der geldpolitischen Entscheidung der Fed in der nächsten Woche werden ebenfalls eine Rolle bei der Entwicklung des Goldpreises spielen.
Technische Analyse von Gold: Tages-Chart

Der Goldpreis stieß am Donnerstag bei höheren Niveaus auf Ablehnung und drehte nach Süden ab, bevor er am Freitagmorgen Unterstützung beim 50-Tage-SMA (Simple Moving Average) bei 2.671 $ fand.
Der 14-tägige Relative Strength Index (RSI) zeigte ebenfalls wieder einen Aufwärtstrend und lag deutlich über der 50er-Marke.
Wenn der Goldpreis wieder Fahrt aufnimmt, könnte er das Mehrwochenhoch von 2.726 $ erneut testen, wobei die Marke von 2.750 $, die die psychologische Barriere und das Hoch vom 5. November darstellt, eine harte Nuss zu knacken sein wird.
Sollte es nicht gelingen, die 50-Tage-SMA-Unterstützung bei 2.671 $ auf Tagesbasis zu verteidigen, werden die Verkäufer erneut den 21-Tage-SMA bei 2.650 $ ins Visier nehmen.
Die letzte Verteidigungslinie für Goldkäufer liegt beim Vorwochentief von 2.613 $.
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