Der Goldpreis zeigt sich am Mittwochmorgen erneut schwächer, da Anleger vor der Veröffentlichung der US-Verbraucherpreisindex-Daten (CPI) vorsichtig bleiben. Diese Zahlen könnten entscheidende Hinweise auf den künftigen Kurs der Zinspolitik der US-Notenbank (Fed) geben – und damit auch auf die Richtung des Goldpreises.
Spannung vor den US-CPI-Daten: Was bedeutet das für den Goldpreis?
Nach der Erholung des Vortages gerät der Goldpreis wieder unter Druck und notiert unter 2.675 US-Dollar, da sich Verkäufer in der Widerstandszone positionieren. Der US-Dollar und die Renditen der US-Staatsanleihen bleiben bislang schwach, was dem Goldpreis normalerweise Rückenwind geben würde. Doch viele Marktteilnehmer bleiben zurückhaltend und sichern sich lieber Gewinne aus ihren bestehenden Positionen, bevor die CPI-Daten veröffentlicht werden.
Diese Vorsicht kommt nicht von ungefähr: Bereits die am Dienstag veröffentlichten Erzeugerpreisindex-Daten (PPI) enttäuschten leicht. Der PPI stieg im Dezember im Vergleich zum Vorjahr um 3,3 % und blieb damit unter den erwarteten 3,4 %. Auch die Kern-PPI-Inflation, die volatile Energie- und Lebensmittelpreise ausschließt, lag bei 3,5 % statt der prognostizierten 3,8 %. Die Monatswerte fielen ebenfalls schwächer aus als erwartet.
Trotz dieser Zahlen sind die Märkte fest davon überzeugt, dass es bei der nächsten Fed-Sitzung Ende des Monats keine weitere Zinserhöhung geben wird.
Wie wichtig sind die neuen Inflationsdaten?
Die kommenden Inflationsdaten könnten jedoch das Zins-Szenario für das Jahr 2025 stark beeinflussen. Laut dem FedWatch Tool der CME Group gehen Anleger mittlerweile nur noch von einer Zinssenkung im nächsten Jahr aus – im Gegensatz zu den zwei Senkungen, die noch im Dezember erwartet wurden. Grund dafür sind die robusten Arbeitsmarktdaten aus dem Dezember.
Eine zusätzliche Unsicherheit bringt die Erwartung, dass Donald Trump als zukünftiger US-Präsident seine zweite Amtszeit nächste Woche mit protektionistischen Maßnahmen beginnt, die möglicherweise die Inflation anheizen könnten.
Erwartungen an den US-CPI-Bericht
Für den Dezember wird erwartet, dass die Gesamtinflation (CPI) im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 % gestiegen ist, nachdem sie im November bei 2,7 % lag. Die Kerninflation (ohne Energie und Lebensmittel) dürfte weiterhin bei 3,3 % liegen. Auf Monatsbasis wird ein Anstieg von 0,3 % für den Gesamtwert und ein leichter Rückgang auf 0,2 % für den Kernwert prognostiziert.
Sollten die Daten höher als erwartet ausfallen, könnten die Märkte sogar noch skeptischer in Bezug auf Zinssenkungen werden – was den Goldpreis unter Druck setzen könnte. Enttäuschen die Zahlen hingegen, dürfte sich der jüngste Aufwärtstrend beim Goldpreis weiter fortsetzen.
Technische Analyse: Wichtige Marken im Blick
Aus technischer Sicht bleibt das Bild für den Goldpreis stabil, nachdem der Kurs in der vergangenen Woche einen Ausbruch aus einem symmetrischen Dreiecksmuster geschafft hat.
Der Relative Strength Index (RSI) auf 14-Tage-Basis liegt bei 56 und signalisiert, dass der Markt weiterhin in einer "Buy-the-Dip"-Phase ist – also bei Rücksetzern als Kaufgelegenheit gesehen wird.

Wichtige Preiszonen:
- 2.675 US-Dollar: Ein Durchbruch über diese Marke könnte den Weg in Richtung der nächsten Hürde bei 2.700 US-Dollar freimachen. Ein Schlusskurs oberhalb dieser Zone wäre ein entscheidendes Signal für einen möglichen Anstieg bis zum Hoch vom 12. Dezember bei 2.726 US-Dollar.
- 2.656 US-Dollar: Diese Marke vom 13. Januar dient als wichtige Unterstützung. Sollte der Kurs darunter fallen, rückt der Bereich bei 2.640 US-Dollar ins Zentrum der Aufmerksamkeit.
Dieser Bereich ist besonders stark, da hier gleich mehrere Unterstützungen zusammenlaufen: die 21-Tage-, 50-Tage- und 100-Tage-SMA-Linien sowie die untere Grenze des ehemaligen Dreiecksmusters.
Fällt der Kurs auch unter diese Zone, könnte das Tief vom 6. Januar bei 2.615 US-Dollar als letzte Bastion für die Käufer dienen.
Fazit: Vorsicht vor dem entscheidenden Moment
Der Goldpreis steht vor einer spannenden Woche. Während sich viele Anleger noch optimistisch zeigen, könnte ein höher als erwarteter Inflationswert die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen zunichtemachen und einen neuen Abverkauf auslösen. Auf der anderen Seite könnten schwächere Daten den Preis für das Edelmetall weiter beflügeln. Entscheidend bleibt, ob der Goldpreis es schafft, sich nachhaltig über 2.675 US-Dollar zu etablieren oder ob er doch in eine Korrektur abrutscht.
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