Der Goldpreis hat sich am Freitagmorgen bei 2.664 US-Dollar stabilisiert und bewegt sich damit weiterhin nahe seinem Zwei-Wochen-Hoch. Nach einem Wochenplus von rund 1,5 % gönnen sich Anleger eine Atempause. Doch im Hintergrund lauern geopolitische Spannungen und wirtschaftliche Unsicherheiten, die für die nächste Rallye sorgen könnten.
Warum geopolitische Risiken den Goldpreis stützen
Der Jahresstart stand ganz im Zeichen der Unsicherheit: Anleger strömten in sichere Häfen wie Gold und den US-Dollar. Grund dafür sind nicht nur die wirtschaftspolitischen Fragen rund um den künftigen Kurs der US-Notenbank (Fed) und die Pläne des designierten US-Präsidenten Donald Trump. Auch geopolitische Konflikte sorgen für Nervosität.
Besonders Trumps protektionistische Pläne könnten das ohnehin fragile Verhältnis zwischen den USA und China belasten – ein möglicher Treiber für eine langfristig anhaltende Nachfrage nach Gold. Gleichzeitig könnten seine Vorhaben die Inflation befeuern. Dies könnte wiederum die Fed dazu bewegen, ihren vorsichtigen Kurs bei den Zinssenkungen beizubehalten. Das bedeutet: Ein zinsloses Investment wie Gold bleibt attraktiv, sofern die Fed keine aggressiveren Schritte unternimmt.
Steigende Spannungen im Nahen Osten heizen den Markt an
Ein weiterer Impuls für den Goldpreis kam nach einem Bericht von Reuters, wonach israelische Luftangriffe in Gaza mindestens 68 Menschen das Leben kosteten, darunter der Polizeichef der Hamas, sein Stellvertreter und mehrere Zivilisten. Zeitgleich verstärkte Russland seine Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew mit Drohnenangriffen, die in mehreren Stadtteilen Schäden anrichteten.
Dazu kam ein brisantes Detail von Axios: US-Präsident Biden soll über Optionen für einen möglichen Angriff auf iranische Nuklearanlagen informiert worden sein, falls Teheran vor dem 20. Januar einen entscheidenden Schritt in Richtung Atomwaffenentwicklung unternimmt.
Positive Arbeitsmarktdaten und gemischte Signale
Auch die jüngsten US-Arbeitsmarktdaten haben die Aufmerksamkeit der Märkte auf sich gezogen. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen in der letzten Woche um 9.000 auf 211.000 – der niedrigste Stand seit acht Monaten. Experten schätzen allerdings, dass diese Zahlen durch den Feiertagseffekt leicht verzerrt sein könnten. Das bedeutet: Der Markt könnte diese Daten anders einordnen, sobald klarere Wirtschaftszahlen veröffentlicht werden.
Nun richtet sich der Blick auf den ISM-Einkaufsmanagerindex und die bevorstehende Rede des Fed-Mitglieds Tom Barkin. Beide Ereignisse könnten den Anlegern frische Anhaltspunkte dafür liefern, wie es mit dem Goldpreis weitergeht.
Technische Analyse: Welche Marken jetzt entscheidend sind
Ein Blick auf den Tageschart zeigt, dass der Relative-Stärke-Index (RSI) auf 50 zurückgekehrt ist – ein Hinweis darauf, dass sich die Käufer möglicherweise neu formieren.
Am Donnerstag konnte der Goldpreis alle wichtigen gleitenden Durchschnittslinien durchbrechen und schloss über dem 50-Tage-Durchschnitt bei 2.655 US-Dollar. Das stärkt das technische Bild und könnte den Weg in Richtung neuer Hochs ebnen.

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Nächstes Ziel: Bei einem anhaltenden Anstieg dürfte die Marke von 2.700 US-Dollar ins Visier rücken. Sollte dieses Niveau überwunden werden, könnte der Kurs das Hoch vom 12. Dezember bei 2.726 US-Dollar testen.
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Unterstützungszonen: Auf der Unterseite liegt der erste Halt bei 2.638 US-Dollar, dem 21-Tage-Durchschnitt. Rutscht der Preis darunter, könnte die Marke bei 2.653 US-Dollar (50-Tage-Durchschnitt) als Unterstützung herhalten.
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Risiko: Sollte der Goldpreis unter 2.653 US-Dollar fallen und dort schließen, könnte das den Aufwärtstrend beenden. In diesem Fall wären Rücksetzer bis zum Wochentief von 2.596 US-Dollar möglich.
Was Anleger im Blick behalten sollten
Die geopolitische Lage bleibt ein entscheidender Faktor für den Goldmarkt. Während die Märkte auf neue Signale der US-Notenbank warten, könnten bereits kleinere Veränderungen im Konfliktgeschehen im Nahen Osten oder in der Ukraine für abrupte Kursbewegungen sorgen. Auch die Unsicherheiten rund um Chinas Wirtschaft bleiben im Fokus. Anleger sollten daher wachsam bleiben: Denn selbst bei soliden US-Wirtschaftsdaten könnte das Sicherheitsbedürfnis an den Märkten in turbulenten Zeiten weiter hoch bleiben.
Ein Blick auf die technischen Indikatoren und die politischen Entwicklungen wird daher entscheidend sein, um mögliche Einstiegspunkte nicht zu verpassen. Ein Durchbruch über die Marke von 2.700 US-Dollar könnte den Goldpreis in eine neue Phase heben – doch eine anhaltende Stabilisierung oberhalb der 2.650 US-Dollar ist dafür der Schlüssel.
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