Gold (XAU/USD) bleibt auf Erfolgskurs und verzeichnet den dritten Tag in Folge Kursgewinne. Erstmals seit Anfang November überschritt der Preis die Marke von 2.760 US-Dollar pro Feinunze. Der Haupttreiber: die Unsicherheit rund um die jüngsten Ankündigungen von Donald Trump – insbesondere seine Zollpläne.
Doch nicht alles spricht für weiter steigende Goldpreise. Der US-Dollar hat sich zuletzt wieder gefangen, nachdem er zuvor deutlich an Stärke verloren hatte. Der Dollar-Index (DXY) zeigt wieder Aufwärtsdynamik und kletterte von seinem Mehrwochentief nach oben. Auch die US-Renditen bewegen sich uneinheitlich – ein Faktor, der kurzfristig für Gold zur Herausforderung werden könnte.
Trumps Zollpläne als entscheidender Faktor
Die jüngste Bewegung bei Gold ist eng mit den Entwicklungen im Handelskonflikt verknüpft. Trump hat angekündigt, Zölle auf Importe aus der EU, Kanada und Mexiko zu erheben. Doch das ist noch nicht alles: Eine zusätzliche Abgabe von 10 % auf chinesische Waren steht im Raum. Seine Begründung? Fentanyl-Schmuggel aus China über Mexiko und Kanada in die USA.
Für Gold könnten diese Pläne zur Herausforderung werden. Zwar gilt das Edelmetall als bewährter Schutz gegen Inflation, doch wenn Trumps Zölle tatsächlich die Preise anheizen, könnte die US-Notenbank (Fed) gezwungen sein, die Zinsen länger hoch zu halten. Höhere Zinsen machen Gold als renditeloses Investment weniger attraktiv – das könnte der aktuellen Rallye mittelfristig den Wind aus den Segeln nehmen.
Was steht als Nächstes an?
Der Fokus der Märkte bleibt auf dem Weißen Haus, vor allem da in dieser Woche kaum wichtige Wirtschaftsdaten anstehen. Spannend wird es Ende Januar, wenn die nächste Fed-Sitzung ansteht. Die Erwartungen? Kaum Bewegung – Analysten rechnen damit, dass der aktuelle Zinssatz zwischen 4,25 % und 4,50 % unverändert bleibt.
Trotzdem bleibt Gold eine der spannendsten Anlageklassen im aktuellen Marktumfeld. Die politischen Unsicherheiten dürften für anhaltende Volatilität sorgen, und mit Blick auf die kommenden Wochen könnte der Preis weiterhin dynamisch reagieren.
Technischer Ausblick: Wichtige Marken im Blick
Der nächste Widerstand für Gold liegt bei 2.763 US-Dollar – das bisherige Jahreshoch vom 22. Januar 2025. Wird dieses Niveau durchbrochen, rückt das Allzeithoch von 2.790 US-Dollar aus dem Oktober 2024 ins Visier. Gelingt auch hier ein Ausbruch, könnten die nächsten Kursziele laut Fibonacci-Projektionen bei 3.009, 3.123 und 3.288 US-Dollar liegen.
Auf der Unterseite gibt es jedoch ebenfalls einige entscheidende Marken, die nicht außer Acht gelassen werden sollten. Besonders wichtig sind das Dezember-Tief bei 2.582 US-Dollar sowie das November-Tief bei 2.536 US-Dollar. Die 200-Tage-Linie bei 2.515 US-Dollar stellt ebenfalls eine zentrale Unterstützung dar. Ein Bruch dieser Marken könnte den Kurs Richtung 2.471 US-Dollar (Tiefpunkt aus dem September) oder sogar 2.353 US-Dollar (Tief aus dem Juli) führen.
Sollte sich die Lage weiter eintrüben, könnten sogar die Juni- und Mai-Tiefs bei 2.286 US-Dollar bzw. 2.277 US-Dollar ins Spiel kommen. Im schlimmsten Fall wäre ein Rücksetzer auf das Februar-Tief bei 1.984 US-Dollar möglich – ein deutlicher Abschwung im Vergleich zum aktuellen Niveau.

Fazit: Gold bleibt im Fokus
Ob die Gold-Rallye weitergeht oder eine Korrektur bevorsteht, hängt maßgeblich von den politischen Entwicklungen ab. Trump bleibt ein unberechenbarer Faktor, und die Fed dürfte genau beobachten, wie sich Inflation und Wirtschaftsdaten entwickeln. Anleger sollten daher weiterhin die Zinsentscheidungen und geopolitischen Spannungen im Blick behalten – denn Gold bleibt ein spannendes Spiel mit hohem Potenzial und ebensolchem Risiko.
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