Das Währungspaar EUR/USD konnte seine Zugewinne vom Montag größtenteils halten und bewegt sich am Dienstag nur knapp unter der Marke von 1,0400, nachdem es bereits zum zweiten Mal in Folge im Bereich von 1,0430 ein Zwischenhoch markierte. Der US-Dollar zeigt sich weiterhin schwach – ein Zeichen für eine positive Grundstimmung an den Märkten, während sich Anleger im Vorfeld bedeutender US-Wirtschaftsdaten zurückhalten.
Inflation in der Eurozone stabil, aber unspektakulär
Ein Blick auf die jüngsten Inflationsdaten der Eurozone zeigt, dass sich der Verbraucherpreisindex (HICP) im Dezember auf 2,4 % gegenüber dem Vorjahr erhöhte. Damit lag er leicht über den 2,2 % aus dem November, erfüllte aber exakt die Erwartungen des Marktes. Der Kern-HICP, der schwankungsanfällige Preise wie Energie und Lebensmittel ausschließt, stieg ebenfalls um 2,7 % und blieb damit unverändert im Vergleich zum Vormonat.
Auch wenn diese Zahlen wenig überraschend sind, bestätigen sie den Trend einer sich abkühlenden, aber noch nicht vollständig kontrollierten Inflation.
Alle Augen auf US-Daten: Handelsbilanz, ISM und Arbeitsmarktdaten im Fokus
In den USA richtet sich der Fokus der Märkte auf eine Reihe bedeutender Wirtschaftsdaten. Am Dienstag steht der Bericht zur Handelsbilanz für November auf dem Programm. Besonders spannend dürfte jedoch der ISM-Services-PMI für Dezember sein, bei dem Analysten mit einem Anstieg auf 53,3 nach 52,1 im November rechnen.
Doch das ist nur der Auftakt: Bereits am Mittwoch folgt der viel beachtete ADP-Beschäftigungsbericht, während die Nonfarm-Payrolls am Freitag die volle Aufmerksamkeit der Märkte auf sich ziehen werden. Diese Daten dürften entscheidend sein, um das Bild zur aktuellen Verfassung des US-Arbeitsmarktes zu schärfen – und könnten einen bedeutenden Einfluss auf den Dollar ausüben.
Technische Analyse EUR/USD: Wie steht es um die Kursaussichten?

Der Blick auf den Tageschart zeigt, dass das Währungspaar seine jüngsten Zugewinne verteidigen konnte, jedoch erneut am Widerstand der 20-Tage-SMA (Simple Moving Average) gescheitert ist. Diese bärische gleitende Durchschnittslinie drückt den Kurs nach unten und verstärkt den Verkaufsdruck. Zudem liegt im Bereich um 1,0800 ein weiteres technisches Signal auf der Lauer: Hier fällt die 100-Tage-SMA unter die 200-Tage-SMA – ein klassisches Warnsignal, das oft auf künftige Kursverluste hinweist.
Die technischen Indikatoren deuten ebenfalls auf eine gewisse Schwäche hin. Zwar wurde der überverkaufte Bereich verlassen, doch bleibt die Dynamik überschaubar. Die Indikatoren bewegen sich weiter im negativen Bereich, was auf ein begrenztes Kaufinteresse hindeutet.
Auch im kurzfristigen Bild zeigen sich klare Herausforderungen: Im 4-Stunden-Chart bleibt der Kurs unter der 100-SMA, während die 200-SMA von oben weiter Druck ausübt. Gleichzeitig haben sich die Indikatoren aus dem überkauften Bereich zurückgezogen, bleiben aber über der Mittellinie – ein Hinweis darauf, dass der Euro versucht, sich gegen den Verkaufsdruck zu behaupten.
Ein positives Signal bietet jedoch die 20-SMA, die im kurzfristigen Zeitfenster einen leichten Aufwärtstrend andeutet und bei 1,0325 eine solide Unterstützung bildet. Sollte diese Marke jedoch fallen, dürfte der US-Dollar wieder an Fahrt aufnehmen.
Unterstützungs- und Widerstandsmarken im Überblick
- Unterstützungsniveaus: 1,0370 / 1,0325 / 1,0280
- Widerstandsmarken: 1,0430 / 1,0475 / 1,0510
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