- EUR/USD handelt am Donnerstagmorgen in Europa nahe 1,0800 auf frischen Mehrmonatshochs.
- Es wird allgemein erwartet, dass die EZB nach der geldpolitischen Sitzung im März die Leitzinsen senkt.
- Das Paar bleibt kurzfristig technisch überkauft.
EUR/USD hat sein bullishes Momentum beibehalten und am Mittwoch beeindruckende Gewinne für den dritten aufeinanderfolgenden Tag verzeichnet. Das Paar steigt am Donnerstagmorgen in Europa weiter an und handelt über 1,0800 auf dem höchsten Stand seit Anfang November.
Euro KURS Diese Woche
Die folgende Tabelle zeigt die prozentuale Veränderung von Euro (EUR) gegenüber den aufgeführten Hauptwährungen diese woche. Euro war am stärksten gegenüber dem US-Dollar.
| USD | EUR | GBP | JPY | CAD | AUD | NZD | CHF | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| USD | -4.05% | -2.55% | -1.15% | -0.78% | -2.14% | -2.45% | -1.36% | |
| EUR | 4.05% | 1.45% | 2.80% | 3.21% | 1.89% | 1.48% | 2.61% | |
| GBP | 2.55% | -1.45% | 1.46% | 1.74% | 0.43% | 0.03% | 1.15% | |
| JPY | 1.15% | -2.80% | -1.46% | 0.60% | -0.95% | -1.27% | -0.21% | |
| CAD | 0.78% | -3.21% | -1.74% | -0.60% | -1.21% | -1.68% | -0.58% | |
| AUD | 2.14% | -1.89% | -0.43% | 0.95% | 1.21% | -0.40% | 0.72% | |
| NZD | 2.45% | -1.48% | -0.03% | 1.27% | 1.68% | 0.40% | 1.12% | |
| CHF | 1.36% | -2.61% | -1.15% | 0.21% | 0.58% | -0.72% | -1.12% |
Die Heatmap zeigt die prozentuale Entwicklung der wichtigsten Währungen im Vergleich zueinander. Die Basiswährung wird aus der linken Spalte ausgewählt, während die Notierungswährung aus der oberen Zeile ausgewählt wird. Wenn Sie zum Beispiel Euro aus der linken Spalte auswählen und sich entlang der horizontalen Linie zum US-Dollar bewegen, wird die prozentuale Veränderung in der Box als EUR (Basis)/USD (Notierungswährung) angezeigt.
Der US-Dollar (USD) blieb Mitte der Woche trotz des positiven ISM-Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Dienstleistungssektor im Februar unter starkem Verkaufsdruck. Die Nachricht, dass US-Präsident Donald Trump der US-Automobilindustrie eine einmonatige Ausnahme von den 25% Zöllen auf Kanada und Mexiko gewährt hat, verbesserte die Risikostimmung und führte dazu, dass der USD weiter schwächer wurde.
Später am Tag wird die Europäische Zentralbank (EZB) ihre geldpolitischen Entscheidungen bekannt geben und die überarbeiteten makroökonomischen Prognosen veröffentlichen. Die Märkte erwarten allgemein, dass die EZB die Leitzinsen um 25 Basispunkte (bps) senken wird.
Eine nach unten korrigierte Inflations- und Wachstumsprognose könnte dazu führen, dass Anleger eine Fortsetzung der geldpolitischen Lockerung einpreisen und die Tür für eine Korrektur des Euros nach unten öffnen. Die Marktteilnehmer werden auch die Kommentare von EZB-Präsidentin Christine Lagarde genau beobachten. Sollte Lagarde einen vorsichtigen Ton bezüglich zusätzlicher Zinssenkungen anschlagen und die Unsicherheit über die Handelsbeziehungen zwischen der EU und den USA anführen, könnte der Euro stabil bleiben.
Der wirtschaftliche Kalender der USA wird die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe enthalten. Anleger könnten jedoch diese Daten im Vorfeld des Nonfarm Payrolls (NFP) Berichts am Freitag ignorieren.
Technische Analyse EUR/USD
Der Relative Strength Index (RSI) auf dem 4-Stunden-Chart stieg über 80 und spiegelt extrem überkaufte Bedingungen für EUR/USD kurzfristig wider. Positiv zu vermerken ist, dass das Paar zum ersten Mal seit vier Monaten über dem 200-Tage-Simple Moving Average (SMA), der derzeit bei 1,0720 liegt, einen Tagesabschluss erzielt hat.
Auf der Abwärtsseite fungiert 1,0760 (statisches Niveau) als Zwischenunterstützung vor 1,0720 (200-Tage-SMA) und 1,0700 (statisches Niveau, runde Marke). Nach oben könnte der erste Widerstand bei 1,0900 (statisches Niveau, runde Marke) vor 1,0940 (statisches Niveau aus November) liegen.
EZB FAQs
Die Europäische Zentralbank (EZB), mit Sitz in Frankfurt am Main, steuert die Geldpolitik der Eurozone. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität, definiert durch eine Inflationsrate von rund 2 %. Durch Anpassungen der Zinssätze beeinflusst die EZB maßgeblich den Wechselkurs des Euros, der tendenziell durch höhere Zinsen gestärkt und durch niedrigere geschwächt wird.
In extremen Situationen kann die Europäische Zentralbank ein Instrument namens Quantitative Easing (QE) einsetzen. QE bedeutet, dass die EZB Euros druckt und diese verwendet, um Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstitutionen zu kaufen. QE führt in der Regel zu einer Abschwächung des Euros. Es wird als letztes Mittel eingesetzt, wenn Zinssenkungen allein das Ziel der Preisstabilität nicht erreichen können. Die EZB setzte QE während der Finanzkrise 2009-2011, 2015 bei anhaltend niedriger Inflation und während der COVID-19-Pandemie ein.
Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenteil von QE: Statt Staatsanleihen zu kaufen, stellt die EZB den Ankauf ein und reinvestiert fällige Beträge nicht mehr. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Euro aus, da es die Liquidität am Markt verringert.
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