- EUR/USD konnte am Dienstag keinen weiteren Ausbruch über die 1,1400-Marke erzielen.
- Der US-Dollar erlangte aufgrund der Entspannung der US-China-Spannungen neues Kaufinteresse.
- Das Verbrauchervertrauen in Deutschland verbesserte sich im Mai auf -20,6, so GfK.
Die europäische Währung gab einen Teil der Gewinne vom Montag gegenüber dem US-Dollar (USD) ab, was EUR/USD dazu veranlasste, in den Bereich von 1,1370 zurückzufallen, nachdem es zunächst auf die Bandbreite von 1,1420-1,1425 gestiegen war.
Auf der anderen Seite der Gleichung konnte der US-Dollar-Index (DXY) etwas Gleichgewicht zurückgewinnen und sich der Zone von 99,40 nähern, wo der bullische Versuch anscheinend ins Stocken geraten ist.
Tarifhoffnungen durch Marktskepsis gedämpft
Die festere Note rund um den US-Dollar kam, als die Anleger weiterhin Hinweise des Weißen Hauses auf eine mögliche Deeskalation des Handelskonflikts mit China verdauten. Dennoch blieben die Anleger vorsichtig, da viele Zweifel äußerten, ob hinter den Kulissen konkrete Fortschritte erzielt werden.
Die Divergenz der Zentralbanken bleibt gut bestehen
Die Federal Reserve (Fed) ließ ihren Leitzins im März unverändert bei 4,25%–4,50%, wobei Vorsitzender Jerome Powell das fortgesetzte Engagement der Fed im Kampf gegen die Inflation betonte. Er wiederholte, dass die Politik datengestützt bleiben werde, insbesondere da neue Zölle Bedenken hinsichtlich einer möglichen Stagflation aufwerfen.
In der Zwischenzeit bewegte sich die Europäische Zentralbank (EZB) in die entgegengesetzte Richtung und senkte den Zinssatz um 25 Basispunkte auf 2,25% und milderte ihre Sprache, indem sie Verweise auf eine "restriktive" Politik entfernte. Der dovish Ton hat die Erwartungen an eine weitere Senkung bereits im Juni erhöht und die politische Divergenz zur Fed weiter vergrößert.
Spekulative Wetten bleiben zugunsten des Euro
CFTC-Daten bis zum 22. April zeigten eine stetige Optimismus gegenüber der Gemeinschaftswährung, wobei die Netto-Long-Positionen leicht auf etwa 65K Kontrakte zurückgingen, was den niedrigsten Stand seit zwei Wochen darstellt. Kommerzielle Hedger hielten unterdessen ihre Short-Exposition bei etwa 118K Kontrakten, während das offene Interesse auf sechs-Wochen-Hochs nahe 720K Kontrakten anstieg.

Technischer Ausblick
EUR/USD sieht sich unmittelbarem Widerstand bei dem 2025-Hoch von 1,1572 gegenüber, gefolgt von der 1,1600-Marke und dem Höchststand von Oktober 2021 bei 1,1692.
Die Zwischenunterstützung bleibt fest bei dem 55-Tage-SMA bei 1,0882, vor dem kritischen 200-Tage-SMA bei 1,0773, mit einem sekundären Boden bei dem wöchentlichen Tief von 1,0732.
Der Momentum bleibt nach oben gerichtet, mit dem Relative Strength Index (RSI) bei etwa 61 und dem Average Directional Index (ADX), der über 51 liegt – was auf einen starken zugrunde liegenden Trend hinweist.
EUR/USD Tageschart

Volatilität dürfte angesichts divergierender Politik und Handelsnervosität anhalten
Da sich die Handelsrichtlinien zwischen den USA und China weiter entwickeln und sich die geldpolitischen Wege auf beiden Seiten des Atlantiks divergenzieren, wird erwartet, dass EUR/USD anfällig für volatilitätsgetriebene Schlagzeilen bleibt. Bis Klarheit von den Zentralbanken oder den Handelsverhandlungen kommt, dürften scharfe Schwankungen die kurzfristige Landschaft prägen.
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