- EUR/USD stieg am Mittwoch auf Mehrtageshöhen nahe 1,0870.
- Der US-Dollar sah sich erneut starkem Abwärtsdruck ausgesetzt.
- Das Weiße Haus wird voraussichtlich später am Mittwoch reziproke Zölle ankündigen.
Der Euro (EUR) testet erneut seine Stärke und überschreitet die 1,0800-Marke gegenüber dem US-Dollar (USD). In diesem Zusammenhang stieg EUR/USD in den Bereich von 1,0870, oder Mehrtageshöhen, unterstützt durch zunehmendes Verkaufsinteresse, das den Greenback belastet, was wiederum den US-Dollar-Index (DXY) wieder unter die Unterstützung von 104,00 drückte, kurz vor dem sogenannten "Befreiungstag".
Erneute Zollbedrohungen zielen auf die EU
Präsident Trump hat die Idee eines zusätzlichen Zolls von 20% auf europäische Waren ins Spiel gebracht, der möglicherweise später am Mittwoch angekündigt wird. Dieser Schritt weckt Sorgen über einen transatlantischen Handelsstreit, wobei die Auto- und Pharmasektoren Berichten zufolge im Visier stehen. Jegliche Vergeltungsmaßnahmen der EU könnten das globale Wachstum untergraben und neuen Abwärtsdruck auf den Euro ausüben.
Die starke Erholung des Euro (EUR) kam jedoch genau nachdem die EU erklärte, dass sie ebenfalls Maßnahmen ankündigen könnte, die darauf abzielen, die erwarteten Trumpschen Zölle auf Importe aus dem alten Kontinent zu mildern.
Waffenstillstand in Osteuropa bringt einen Hoffnungsschimmer
Auf einem anderen Gebiet haben sich die geopolitischen Spannungen in Osteuropa etwas entspannt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte kürzlich einen Waffenstillstand an, der kritische Energieinfrastruktur und Schwarzmeer-Routen abdeckt, vermittelt teilweise durch die Vereinigten Staaten.
Zusätzlich zur Optimismus signalisierte Präsident Trump die Möglichkeit eines US-Ukraine-Mineralgewinnbeteiligungsabkommens, das den Weg für mehr US-Investitionen im Energiesektor der Ukraine ebnen könnte.
Zentralbanken: Balance zwischen Inflation und Unsicherheit
- Federal Reserve (Fed): Die Fed hielt die Zinsen bei ihrem letzten Treffen stabil, erkannte jedoch an, dass anhaltende Handelsstreitigkeiten die Inflation anheizen könnten, was möglicherweise eine hawkische Neigung rechtfertigt. Gleichzeitig deuten Anzeichen für ein langsameres Wirtschaftswachstum darauf hin, dass Vorsicht geboten ist. Vorsitzender Jerome Powell bekräftigte einen "datenabhängigen" Ansatz und merkte an, dass bis zu 50 Basispunkte an Lockerungen später in diesem Jahr auf dem Tisch liegen könnten, falls sich die Wirtschaft verschlechtert.
- Europäische Zentralbank (EZB): Die EZB senkte ihren Leitzins um 25 Basispunkte und deutete auf weitere Lockerungen hin, falls Unsicherheiten bestehen bleiben. Aktualisierte Prognosen deuten auf schwächeres Wachstum und hartnäckige kurzfristige Inflation hin, obwohl die politischen Entscheidungsträger eine Mäßigung der Inflation bis 2026 erwarten. Präsidentin Christine Lagarde warnte, dass ein Zollkrieg zwischen den USA und der EU das BIP der Eurozone um 0,5% schmälern könnte, auch wenn sie die fiskalischen Anreize Deutschlands lobte.
Da die Geldmärkte eine 80%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung in diesem Monat einpreisen, äußerten EZB-Vertreter am Mittwoch ihre Meinungen: Präsidentin Christine Lagarde warnte, dass Zölle je nach Umfang, Dauer und Erfolg der Verhandlungen negative globale Auswirkungen haben werden. Vorstandsmitglied Isabel Schnabel betonte, dass US-Politiken die wirtschaftlichen Entscheidungen in Europa erheblich beeinflussen, während ihr Kollege Robert Holzmann anmerkte, dass mit der nachlassenden Inflation in der Eurozone und den aktuellen Zinsen, die das Wachstum nicht mehr behindern, keine Notwendigkeit für weitere Zinssenkungen besteht. Er warnte auch, dass ein möglicher Handelskrieg infolge der neuen Zölle die Zentralbanken zwingen könnte, unkonventionelle Maßnahmen zu ergreifen.
Euro-Bullen treten vorsichtig auf
Spekulative Händler beginnen, sich erneut für den Euro zu erwärmen. Die Netto-Long-Positionen sind in den letzten drei Wochen gestiegen und haben 65K Kontrakte überschritten – das höchste Niveau seit Ende September 2024. Hedgefonds hingegen setzen ihre Short-Wetten fort und drücken die Gesamtzahl der Kontrakte über 100K, so die neuesten CFTC-Zahlen.
EUR/USD technische Perspektive
EUR/USD sieht sich unmittelbarem Widerstand am 2025-Hoch von 1,0954 (18. März) gegenüber, wobei das 23,6%-Fibonacci-Retracement des Verkaufs von September bis Januar bei 1,0969 direkt darüber positioniert ist. Ein klarer Durchbruch über dieses Niveau könnte das bullische Momentum neu entfachen und die psychologische Marke von 1,1000 wieder in den Fokus rücken.
Auf der Abwärtsseite steht der 200-Tage-SMA bei 1,0731 als wichtige Unterstützung, unterstützt durch die interimistischen 55-Tage- und 100-Tage-SMAs bei 1,0580 bzw. 1,0521 sowie das wöchentliche Tief bei 1,0359 (28. Februar). Sollte das Paar weiter fallen, könnten das wöchentliche Tief bei 1,0282 (10. Februar) und das 2025-Tief bei 1,0176 (13. Januar) ins Spiel kommen.
In der Zwischenzeit stieg der RSI über die 60-Marke und deutet auf eine Stärkung des bullischen Momentums hin, während ein ADX-Wert nahe 26 auf eine moderate Gesamttrendstärke hinweist.
EUR/USD Tageschart

Was zu beobachten ist
In der Zukunft wird EUR/USD weiterhin sehr empfindlich auf Ankündigungen zur US-Handelspolitik, sich entwickelnde geopolitische Entwicklungen in Osteuropa und frische Signale von sowohl der Fed als auch der EZB reagieren. Angesichts so vieler beweglicher Teile werden die Händler die Ereignisse am Mittwoch und die Kommentare der Zentralbanken genau beobachten, um Hinweise auf die nächste Richtung des Paares zu erhalten.
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