- EUR/USD stieg am Mittwoch auf wöchentliche Höchststände über 1,0400.
- Der US-Dollar konnte die durch den VPI ausgelöste Bewegung zu Tageshöchstständen nicht aufrechterhalten.
- Fed-Chef Powell wiederholte seine Bemerkungen in seiner zweiten Aussage vor dem Kongress.
EUR/USD hielt die Erholung gut aufrecht und setzte seinen Kurs in den Bereich über der Marke von 1,0400 am Mittwoch fort, unterstützt durch einen deutlichen Rückgang des US-Dollars (USD), höhere US-Renditen und die feste Ansicht, dass die Federal Reserve (Fed) ihre restriktive Haltung länger beibehalten wird.
Letzteres ist eine Reaktion auf höher als geschätzte US-Inflationszahlen, die durch den Verbraucherpreisindex (VPI) im Januar erfasst wurden, der erneut hartnäckige Preise nach einem Anstieg auf 3,0% im Jahresvergleich im Hauptwert und 3,3% im Jahresvergleich im Kernwert, also ohne Lebensmittel- und Energiekosten, zeigte.
Interessanterweise kam dieser Anstieg von EUR/USD trotz eines Dreifachkopfwinds: höhere US-Staatsanleiherenditen, erneute Handelsstreitigkeiten und Fed-Chef Jerome Powell, der in seiner zweiten Aussage am Mittwoch den vorsichtigen Ansatz der Zentralbank zu zukünftigen Zinssatzänderungen bekräftigte.
Zölle steuern weiterhin die Marktstimmung
Die Zollmanöver von Präsident Trump bleiben eine wichtige Quelle der Marktvolatilität. Während der geplante 25%-Zoll auf kanadische und mexikanische Importe verschoben wurde, ist ein 10%-Zoll auf chinesische Waren weiterhin in Kraft und verunsichert die Anleger.
Diese Unsicherheiten veranlassten die Händler zunächst, ihre Long-USD-Positionen Anfang letzter Woche zu reduzieren, was zu einer kurzen Schwäche des Greenback führte. Doch die Stimmung drehte sich, nachdem Trump einen 25%-Zoll auf alle Stahl- und Aluminiumimporte ankündigte und weitere Reziprozitätszölle in Aussicht stellte.
Obwohl die Kursbewegungen des US-Dollars in den letzten Tagen volatil blieben, deuten diese protektionistischen Maßnahmen darauf hin, dass der Greenback in naher Zukunft einen erneuten Auftrieb erhalten könnte, was EUR/USD potenziell weiteren Rückgängen aussetzen könnte.
Zentralbanken rücken ins Rampenlicht
Federal Reserve (Fed)
- Politischer Status: Die Fed hat kürzlich die Zinssätze bei 4,25%-4,50% stabil gehalten. Mit solidem Wachstum, anhaltender Inflation und einem robusten Arbeitsmarkt bleiben die Beamten wachsam, aber nicht in Eile, die Zinssätze zu senken.
- Powells Ansicht: Während seiner halbjährlichen Aussage betonte Fed-Chef Jerome Powell, dass starke Beschäftigung (etwa 4% Arbeitslosigkeit) und 4% Inflation die Notwendigkeit zur Vorsicht verstärken. Er betonte, dass eine zu frühe Zinssenkung die Bemühungen zur Eindämmung der Inflation behindern könnte. Jegliche Zinssenkungen werden davon abhängen, dass die Inflation weiter abkühlt und der Arbeitsmarkt gesund bleibt.
Europäische Zentralbank (EZB)
- Politischer Status: Die EZB hat letzte Woche die Zinssätze um 25 Basispunkte gesenkt, wie erwartet, um das schleppende Wachstum und die weiterhin über dem Ziel liegende Inflation anzugehen.
- Lagardes Bemerkungen: EZB-Präsidentin Christine Lagarde signalisierte, dass zukünftige Zinsanpassungen von den eingehenden Daten abhängen und schloss vorerst aggressivere Zinssenkungen um 50 Basispunkte aus. Sie äußerte sich optimistisch, die Inflation bis 2025 zu zähmen, trotz anhaltender Handelskonflikte.
Handelskrieg: Potenzielle Gewinner und Verlierer
- US-Dollar-Aufwärtspotenzial: Wenn Zölle die US-Inflation erhöhen, könnte die Fed mit einer hawkisheren Haltung reagieren, was den Greenback weiter anheben könnte.
- Euro-Anfälligkeit: Sollte sich der Handelskonflikt auf die Europäische Union (EU) ausweiten, könnte der Euro zusätzlichen Druck ausgesetzt sein, was EUR/USD möglicherweise schneller als erwartet in Richtung Parität drängen könnte.
Technischer Ausblick: Wichtige Preiszonen
- Unterstützung: Das Wochentief bei 1,0209 (erreicht am 3. Februar) bleibt entscheidend. Ein Durchbruch nach unten könnte 1,0176 freilegen—ein Jahrestief.
- Widerstand: Auf der Oberseite steht 1,0532 (das Hoch von 2025 vom 27. Januar) als erstes Hindernis, gefolgt von 1,0629 (Dezember-Hoch) und dem 200-Tage-Simple-Moving-Average nahe 1,0750.
- Indikatoren: Während der Relative Strength Index (RSI) nahe 50 gestiegen ist und auf ein verbessertes Momentum hinweist, liegt der Average Directional Index (ADX) bei etwa 17, was darauf hindeutet, dass der aktuelle Trend schwächer werden könnte.
EUR/USD Tageschart
Wohin geht der Euro als nächstes?
Mit Blick auf die Zukunft steht EUR/USD vor einem schwierigen Balanceakt. Die anhaltende Zollsaga, divergierende Politikpfade bei der Fed und der EZB sowie das schleppende Wachstum in der Eurozone—insbesondere in Deutschland—schaffen einen herausfordernden Hintergrund.
Kurzfristige Anstiege im Wechselkurs sind möglich, aber bis sich die globalen Unsicherheiten klären, wird die breitere Richtung des Paares wahrscheinlich unklar bleiben. Wirtschaftsdaten und Handelsschlagzeilen könnten die Stimmung schnell ändern, was Wachsamkeit für Händler und Investoren gleichermaßen wichtig macht.
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