- EUR/USD testete seinen kritischen 200-Tage-SMA und sprang auf 1,0800 und darüber zurück.
- Der US-Dollar sah sich erneuten Abwärtsdrucks aufgrund von Bedenken über die US-Wirtschaft gegenüber.
- Trump kündigte 25% Zölle auf US-Importe von Autos/Autoteilen an.
Der Euro (EUR) fiel am Donnerstag auf frische Mehrwochentiefs nahe 1,0730, bevor er sich auf über 1,0800 erholte und schließlich sechs tägliche Rückgänge in Folge umkehrte. Es war der erste Test des wichtigen 200-Tage-SMA seit Anfang März.
Dollar fällt wegen US-Wirtschaft, Zölle
Der US-Dollar (USD) stoppte am Donnerstag seinen bullishen Kurs, während der US-Dollar-Index (DXY) sich der wichtigen 104,00-Region näherte, da die Anleger vorsichtig blieben aufgrund eines möglichen Verlusts an wirtschaftlichem Schwung in der US-Wirtschaft, insbesondere nachdem Präsident Donald Trump frische 25% Zölle auf US-Importe von Autos angekündigt hatte.
Die Erhöhung des USD wurde durch erneute Zollandrohungen von Präsident Trump angeheizt, der auf eine neue Runde von 20% Zöllen auf Importe aus der Europäischen Union (EU) hinwies, möglicherweise bereits nächste Woche.
Handelskrieg neu? Märkte bleiben nervös
Trumps harte Rhetorik zum Thema Handel – diesmal im Fokus: Autos, Aluminium und Pharmazeutika – hat Ängste vor einem vollwertigen transatlantischen Zollkrieg neu entfacht. Während Kanada und Mexiko bis Anfang April ausgenommen bleiben, bleibt der breitere globale Handelsausblick unklar.
Einerseits könnten Zölle die Federal Reserve (Fed) zwingen, hawkish zu bleiben, um die Inflation zu kontrollieren. Andererseits riskieren sie, das globale Wachstum zu untergraben – insbesondere wenn die EU mit Gegenmaßnahmen reagiert. Diese Dualität hat mehr Volatilität in die Devisenmärkte gebracht, wobei der Euro im Fokus steht.
Geopolitik bietet einen Hoffnungsschimmer für den Euro
Auf einem anderen Gebiet boten Entwicklungen in Osteuropa einen Lichtblick. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte zu Beginn der Woche einen Waffenstillstand an, der wichtige Energieanlagen und Schwarzmeer-Routen abdeckt, wobei von den USA vermittelte Vereinbarungen halfen, die Spannungen auf beiden Seiten zu verringern.
Trump fügte hinzu, dass ein US-Ukraine-Abkommen über die Einnahmen aus kritischen Mineralien in Arbeit sei, was möglicherweise den Weg für US-Unternehmen ebnen könnte, in die Energieinfrastruktur der Ukraine zu investieren. Diese Schlagzeilen halfen, den Rückgang des Euros abzufedern, auch wenn sie bescheiden waren.
Zentralbanken stabil, aber Lockerungstendenz bleibt
Die Federal Reserve hielt die Zinsen letzte Woche stabil, ließ jedoch die Tür für 50 Basispunkte an Lockerungen später in diesem Jahr offen. Powell bestätigte, dass die Zölle den Inflationsdruck erhöhen, betonte jedoch die Präferenz der Fed, auf klarere Daten zu warten.
Über den Atlantik hinweg senkte die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins um 25 Basispunkte und deutete an, dass weitere Lockerungen möglich sind, wenn die Unsicherheit anhält. Die Prognosen der EZB zeigten ein schwächeres Wachstum und anhaltende kurzfristige Inflation, obwohl die Entscheidungsträger weiterhin erwarten, dass der Preisdruck bis 2026 nachlässt.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde warnte ebenfalls, dass eine Eskalation der Zölle zwischen den USA und der EU das BIP der Eurozone um 0,5% schmälern könnte, auch wenn sie Deutschlands erhöhte fiskalische Ausgaben lobte.
Positionierung: Euro-Bullen schleichen sich zurück
Trotz des Verkaufs drücken spekulative Händler vorsichtig auf Long-Positionen im Euro. Die Netto-Longs stiegen in der zweiten Woche in Folge auf fast 60.000 Kontrakte – den höchsten Stand seit September 2024. Gleichzeitig erweiterten Hedgefonds ihre Gesamt-Short-Exposition und erhöhten die Gesamtzahl der Kontrakte auf 92,4K, so der aktuelle CFTC-Bericht.
EUR/USD technische Übersicht
- Widerstandsniveaus: Der wichtige Widerstand beginnt bei 1,0954 (Jahreshoch vom 18. März), gefolgt von 1,0969 (23,6% Fibonacci-Retracement). Ein klarer Durchbruch über 1,1000 würde einen psychologischen Wendepunkt markieren.
- Unterstützungszonen: Die unmittelbare Unterstützung liegt beim 200-Tage-SMA (1,0729). Darunter sind der 55-Tage-SMA bei 1,0540, der 100-Tage-SMA bei 1,0518 und das Tief vom 28. Februar bei 1,0359 zu beachten. Ein tieferer Rückgang könnte 1,0282 und 1,0176 testen.
- Momentum-Indikatoren: Der RSI um 56 spiegelt ein sich verstärkendes bullisches Momentum wider, während ein ADX-Wert nahe 25 auf eine etwas schrumpfende Trendstärke hindeutet.
EUR/USD Tageschart

Was zu beobachten ist
EUR/USD bleibt hochsensibel gegenüber geopolitischen Veränderungen, Handelsrichtlinien und Signalen der Zentralbanken. Entwicklungen rund um den Russland-Ukraine-Waffenstillstand, die fiskalischen Ausgaben Deutschlands und weitere Signale von Fed/EZB werden entscheidend sein, um die kurzfristige Richtung des Paares zu bestimmen.
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