Der EUR/USD-Kurs zeigt sich derzeit von seiner robusteren Seite und klettert zurück auf 1,0250, nachdem er zuvor auf 1,0177 gefallen war – den tiefsten Stand seit November 2022. Was steckt hinter dieser Erholung? Vor allem Gerüchte um eine möglicherweise moderatere Zollpolitik der neuen US-Regierung sorgen für positive Impulse. Demnach soll das Team des designierten US-Präsidenten Donald Trump statt harter Einschnitte schrittweise Zollerhöhungen im Bereich von 2 bis 5 % pro Monat planen.
Diese vorsichtigen Signale haben die Märkte etwas beruhigt und den riskanteren Vermögenswerten wieder etwas Rückenwind verliehen. Trotzdem bleibt das Gesamtbild noch angespannt.
Während sich die Aktienmärkte stabilisieren, herrscht an der Wall Street noch Zurückhaltung. Die Futures notieren leicht im Minus, da alle Blicke auf die kommenden US-Inflationsdaten gerichtet sind. Zunächst steht der Producer Price Index (PPI) an, der einen wichtigen Vorlaufindikator für die Preisentwicklung darstellt. Wenige Tage später folgt der Consumer Price Index (CPI), der für die Märkte wegweisend sein dürfte. Beide Berichte könnten Hinweise darauf liefern, wie stark der Preisdruck in den USA weiterhin ist und wie die Federal Reserve (Fed) ihre nächsten geldpolitischen Schritte plant. Ergänzt werden die makroökonomischen Veröffentlichungen durch Aussagen einzelner Fed-Mitglieder, die in den kommenden Tagen für zusätzliche Bewegung sorgen könnten.
Technischer Ausblick auf EUR/USD

Auf den ersten Blick sieht die Erholung des EUR/USD vielversprechend aus, doch ein genauerer Blick auf die Charts zeigt ein anderes Bild. Das kurzfristige Plus könnte lediglich eine Korrektur sein, denn die technischen Indikatoren liefern wenig Anlass zur Euphorie.
Im Tageschart bleibt der Kurs weit unter der 20-Tage-Simple-Moving-Average (SMA), die aktuell bei 1,0360 verläuft und als dynamischer Widerstand fungiert. Auch die 100-SMA, die sich in der Region um 1,0760 befindet, zeigt, wie stark der jüngste Verkaufsdruck war. Zudem bewegen sich wichtige technische Indikatoren wie der Relative Strength Index (RSI) auf negativem Terrain und zeigen kaum Anzeichen eines Aufwärtstrends.
Wer einen genaueren Blick auf den 4-Stunden-Chart wirft, erkennt schnell, dass die Verkäufer weiterhin die Oberhand behalten. Der EUR/USD konnte bisher nicht über die bärische 20-SMA-Linie hinauskommen, die nach wie vor abwärtsgerichtet ist und unter der ebenfalls fallenden 100-SMA und 200-SMA liegt.
Ein kleiner Hoffnungsschimmer: Der Momentum-Indikator zeigt eine leichte Aufwärtsbewegung, bleibt jedoch unterhalb seiner Mittellinie und signalisiert damit lediglich eine schwache Gegenbewegung. Der RSI hingegen ist wieder ins negative Terrain abgerutscht, nachdem er sich kurzzeitig aus dem überverkauften Bereich lösen konnte.
- Unterstützungen: 1,0220 | 1,0175 | 1,0130
- Widerstände: 1,0280 | 1,0325 | 1,0360
Fazit: Der Kurs auf wackligem Fundament
Auch wenn die Erholung des EUR/USD kurzfristig positive Impulse erhält, könnte es sich dabei lediglich um eine Atempause handeln. Solange der Kurs unter den wichtigen Marken wie 1,0280 bleibt, bleibt die Kontrolle bei den Verkäufern. Insbesondere die anstehenden Inflationsdaten könnten den Ton für die nächsten Tage angeben. Sollten sie erneut einen hohen Preisdruck signalisieren, könnte die Fed gezwungen sein, ihre restriktive Linie beizubehalten – was den EUR/USD erneut unter Druck setzen würde.
Für Anleger bedeutet das: Im Blick behalten, wie der Kurs auf die Veröffentlichungen reagiert. Ein Ausbruch nach oben könnte eine neue Chance bieten, aber ein Rückfall unter 1,0175 würde die Erholungsrallye schnell wieder zunichtemachen.
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