Während die globalen Märkte allmählich die inflationsbedingten Nachwirkungen der COVID-Pandemie hinter sich lassen, haben sich die Zentralbanker von der ausschließlichen Kontrolle der ungewöhnlich hohen Verbraucherpreise hin zur Unterstützung der wirtschaftlichen Aktivität in Richtung nachhaltigerer Niveaus gewandt. Doch die Geldpolitik ist seit etwa Jahresbeginn zunehmend herausfordernd geworden. Neben der Navigation durch die üblichen inländischen wirtschaftlichen Dynamiken bei jeder geldpolitischen Sitzung sehen sich die Zentralbanken nun einem bedeutenden externen Faktor gegenüber: der Umsetzung von US-Zöllen, die praktisch jedes Land weltweit betreffen.
Hier ist eine Zusammenfassung der geldpolitischen Entscheidungen der Zentralbanken in dieser Woche sowie ihres möglichen künftigen Weges:
Bank of Canada (BoC) – 2,75%
In einem maßvollen geldpolitischen Schritt senkte die Bank of Canada ihren Leitzins im März um 25 Basispunkte auf 2,75%. Während sie Alarm über die möglichen wirtschaftlichen Folgen von Präsident Donald Trumps Zöllen schlug – die als „eine neue Krise“ am Horizont beschrieben wurden – betonte die BoC ihre Notwendigkeit zur Vorsicht. Im Gleichgewicht zwischen steigenden inflationsbedingten Druck und der Belastung durch schwächere Nachfrage deuteten die Entscheidungsträger an, dass zukünftige Anpassungen von der Klarheit über die laufenden US-Handelsrichtlinien abhängen würden. In der nächsten BoC-Erklärung werden alle Augen darauf gerichtet sein, wie die Bank mit den durch Zölle verursachten Risiken und Trumps inkonsistenter Rhetorik umgeht, da diese Faktoren weiterhin die vorsichtige Perspektive der BoC prägen.

Bevorstehende Entscheidung: 16. April
Konsens: Vorsichtige Beibehaltung
Europäische Zentralbank (EZB) – 2,50%
Im Rahmen ihrer sechsten Zinssenkung seit Juni reduzierte die EZB den Einlagensatz auf 2,50%, um der gedämpften Inflation und dem nachlassenden Wirtschaftswachstum entgegenzuwirken. Bemerkenswert ist, dass die Bank darauf hinwies, dass die Inflation näher an ihr Ziel von 2% rückt – ein Hinweis darauf, dass eine Lockerung der Geldpolitik weiterhin auf der Agenda stehen könnte. Präsidentin Christine Lagarde fand jedoch eine vorsichtige Balance, indem sie sich weigerte, sich zu weiteren Senkungen zu verpflichten, und betonte, dass sowohl eine Pause als auch zusätzliche Lockerungen möglich sind. Angesichts der noch ungelösten Zollmaßnahmen von Präsident Trump bleiben die EZB-Beamten vorsichtig hinsichtlich der potenziellen Schäden für die globalen und Eurozonenwirtschaften. In der Zwischenzeit könnte die jüngste Stärke des Euro dazu beitragen, dass die Inflation weiter sinkt, was der EZB möglicherweise zusätzliche Flexibilität gibt, ihre Lockerungsmaßnahmen aufrechtzuerhalten.

Bevorstehende Entscheidung: 17. April
Konsens: Zinssenkung um 25 Basispunkte
Zentralbank der Republik Türkiye (CBRT) – 42,50%
Die Zentralbank der Türkei führte im März eine Zinssenkung um 250 Basispunkte durch – die dritte in Folge in dieser Größenordnung – und senkte den Leitzins auf 42,50%. Diese Entscheidung, die von den Märkten weitgehend erwartet wurde, verlängert den im Dezember eingeleiteten Lockerungszyklus und nutzt den Schwung der sinkenden Inflation. Die Gesamtinflation fiel im Februar auf 39,05%, ein merklicher Rückgang von ihrem Höchststand von über 75% im Mai letzten Jahres. Obwohl das langfristige Ziel der Bank bei 5% liegt, erkennt sie an, dass es erhebliche Zeit in Anspruch nehmen wird, dieses Ziel zu erreichen. Die monatliche Inflation kühlte sich unterdessen auf 2,27% ab, was die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinssenkungen in der Zukunft unterstreicht.

Bevorstehende Entscheidung: 17. April
Konsens: Beibehaltung
Bank of Korea (BoK) – 2,50%
In einer Abkehr von ihrer zuvor strafferen Geldpolitik überraschte die BoK die Beobachter im Februar, indem sie die Zinssätze um 25 Basispunkte senkte und ihre BIP-Prognose für 2025 auf 1,5% und für das nächste Jahr auf 1,8% stark nach unten korrigierte. Die Bank erwartet weiterhin eine Inflation von 1,9% sowohl für das laufende als auch für das kommende Jahr. Dieser Politikwechsel zielt darauf ab, die viertgrößte Wirtschaft Asiens zu stärken, die mit den Spillover-Effekten von Präsident Trumps laufenden Zollmaßnahmen und inländischen politischen Unsicherheiten zu kämpfen hat. Ein schwächerer Won hat eine weitere Komplexitätsebene hinzugefügt, indem er die Bedenken über die Währungsvolatilität verstärkt. Dennoch bietet die abkühlende Inflation der Bank etwas Spielraum, um ein Gleichgewicht zwischen wachstumsfördernden Politiken und Preisstabilität zu finden.

Bevorstehende Entscheidung: 17. April
Konsens: Beibehaltung
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