Galt Künstliche Intelligenz lange Zeit als etwas, das für eine bessere Performance des DAX fehlt, zeigt sich nun, dass dies auch Vorteile bringen kann. Mitten im Trubel um Nvidia und Co. könnte der Index in Frankfurt zum Handelsstart ein neues Rekordhoch erreichen. Auch 22.100 Punkte sind mittelfristig noch möglich, der Aufwärtstrend bleibt intakt.
Während sich in Frankfurt die Rally fortsetzt, wird in New York das Thema Künstliche Intelligenz zumindest für einen Moment vom Segen zum Fluch. Bei Nvidia laufen Schnäppchenjäger Gefahr, ins fallende Messer zu greifen. Die Reaktionen der etablierten KI-Unternehmen sind bisher eine Mischung aus Erstaunen, Durchhalteparolen und Verschwörungstheorien. Sam Altman, CEO von OpenAI, lobte die Fortschritte aus China. DeepSeek habe mit wenig viel erreicht. Altman fügte aber schnell hinzu, dass OpenAI bald ein noch leistungsfähigeres KI-Modell entwickeln werde, und dafür brauche man große Rechenzentren und modernste Chips.
Elon Musk, der seinerseits bei Tesla viel Geld investiert, um KI für autonomes Fahren programmieren zu lassen, stellte die Theorie in den Raum, dass China an den Verboten vorbei sehr viel Nvidia-Chips importiert habe, um das Erreichte zu ermöglichen. Aber auch Musk war sichtlich beeindruckt von der Leistungsfähigkeit von DeepSeek. Nvidia lobte ebenfalls die Fortschritte von DeepSeek, fügte aber hinzu, dass auch die Chinesen auf Nvidia gesetzt hätten.
Von Meta und Microsoft haben wir noch nicht viel gehört. Beide Unternehmen investieren massiv in KI und werden heute Abend ihre Bilanzpressekonferenzen abhalten. Sie stehen nun unter dem Druck der Aktionäre, ob die Investitionen tatsächlich so hoch ausfallen werden, wie bisher geplant, oder ob es nicht auch billiger geht. Microsoft und Meta könnten das KI-Geld auch für Aktienrückkäufe oder Sonderdividenden nutzen. Für Nvidia wären solche Signale Gift, denn die hohen Bewertungen sind nur zu rechtfertigen, wenn die Zukunft optimal verläuft. Das Risiko ist mit DeepSeek aber deutlich gestiegen.
Apple ist der heimliche Gewinner der Querelen um DeepSeek. Der iPhone-Hersteller ist nicht wie etwa Microsoft frühzeitig "all in" gegangen und hat keine 16 Milliarden Dollar bei OpenAI investiert. Apple hat OpenAI mit seinem guten Ruf bezahlt, die Implementierung quasi für lau bekommen und kann jetzt die Entwicklungen in Ruhe beobachten. Die Aktionäre danken der Aktie das kluge Taktieren seines Managements mit einer Rally.
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