Im DAX ist nach wie vor weder eine Bodenbildung zu erkennen noch ein sauberer Ansatz dazu. Daraus resultiert das Risiko, dass es in den kommenden Tagen neue Tiefs unterhalb von 18.800 Punkten geben könnte. Eine zentrale Unterstützung bleibt die 19.300er Marke. Sollte sie brechen, droht dem DAX ein Absturz bis auf 17.550 Zähler. Dort liegt erst die nächste nennenswerte Auffangzone im Markt.
Donald Trump scheint sich in einen Widerspruch zu verheddern. Einerseits will er Fabrikbetreiber für Jahrzehnte in die USA locken, damit sie drakonischen Zöllen entkommen können. Andererseits spricht er von der Möglichkeit von Deals, die alles untergraben könnten. Und wer sagt, dass er in gut eineinhalb Jahren bei den Zwischenwahlen nicht die Mehrheit im Senat verlieren wird. In vier Jahren wird er ohnehin nicht mehr Präsident sein. Unternehmer planen bei kapitalintensiven Investitionen mit weitaus längeren Zeithorizonten. Viele Amerikaner wollen auch lieber günstige T-Shirts tragen, sie aber nicht zusammennähen. Das ist alles mit einer so heißen Nadel gestrickt, dass die Begeisterung der Unternehmen ausbleibt.
Da es nicht danach aussieht, dass Trump, dessen Machtfülle enorm ist, einen Fehler eingestehen wird, kann man jetzt schon fast die Uhr danach stellen, wann es zu einer Rezession kommt. Die Folge ist ein starker Anstieg der Risikoaversion. Cash ist derzeit King. Seit drei Tagen sehen wir massive Verkäufe US-amerikanischer Staatsanleihen, was dazu führt, dass die zehnjährigen Renditen wieder von rund 3,9 auf 4,5 Prozent gesprungen sind. Die Länder, mit denen sich Trump anlegt, sind am Ende des Tages gleichzeitig auch die größten Geldgeber der USA. Da die USA in den nächsten Jahren Billionen von Dollar refinanzieren müssen, wäre ein Kurswechsel der Geldgeber eine Katastrophe.
Bei dieser Volatilität und Unberechenbarkeit droht außerdem noch etwas anderes: Dass irgendwo ein großer Hedgefonds oder eine Bank in Schieflage gerät. Es ist nicht garantiert, dass die Kollateralschäden, die durch Trumps Frontalkurs entstehen, nicht zu weiteren Ansteckungseffekten führen, die am Ende nicht mehr einzufangen sind.
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