Der Trump-Trade ist längst zum Sell-America-Trade geworden. Fallen Aktien, US-Dollar und Staatsanleihen gleichzeitig, stimmt etwas grundlegend nicht. Der DAX hält sich vor diesem Hintergrund auch deshalb stabil, weil hierzulande niemand die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank infrage stellt. Der DAX als Outperformer in diesen Tagen ist ein positives Signal. Anleger halten an ihrer Diversifikation in europäische Aktien fest, um im Vergleich zu US-Titeln zumindest relativ besser abzuschneiden.
Greift Trump die Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed an, droht ein US-Aktien-Crash von historischem Ausmaß. Die Kurse liegen bereits unter dem Niveau bei seinem Wahlsieg und auch fast unter seinen eigenen Kaufempfehlungen. Das Zoll-Hickhack hat viel Porzellan zerschlagen. International wirkt das Vorgehen der US-Regierung wie Erpressung. Trumps öffentliches Sägen an Jerome Powells Stuhl fügt dem nun weiteren Schaden zu und überschreitet eine rote Linie für Anleger. Als der Schaden zu groß wurde, ruderte die US-Regierung bei Zöllen zurück und feierte Trump dafür, seinen Fehler korrigiert zu haben. Am Ende fragt man sich, was der Republikaner mit all dem bezweckt.
Die Unabhängigkeit der Fed von der Politik im Weißen Haus ist unverzichtbar. Geht sie verloren, bricht das Vertrauen in den US-Dollar ein – ebenso sein Status als Weltreservewährung. Anleger bleiben nur Rätsel: Steckt ein Plan zur Abwertung dahinter oder spielt Trump mal wieder nur den Provokateur? Im Zweifel stimmen sie mit dem Verkaufsknopf ab.
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